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Bacharach und die Romantik

Die Zeitspanne ab Ende des 18. bis hinein ins späte 19. Jahrhundert gilt als die Zeit der Rheinromantik.
Vor allem Künstler und Literaten suchten in der Zeit der beginnenden Industrialisierung das Unverfälschte und Ursprüngliche der Natur. Erste Spuren dieser beginnenden romantischen Verklärung finden sich schon bei Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin und Heinrich von Kleist. Doch erst die Beschreibung Friedrich Schlegels von seiner Rheinreise 1802 und das 1801 von Brentano veröffentlichte Gedicht „Zu Bacharach am Rheine“, der damit einen der wohl berühmtesten Rheinmythen schuf, lösten den frühen Rheintourismus aus.

Wurde das Rheintal zuvor nur auf dem Weg nach Italien durchreist, wurde es nun mehr und mehr selbst Ziel zahlreicher Reisenden. Romantische Reiseberschreibungen von Achim von Arnim, Clemens Brentano und Victor Hugo erhielten mit den Bildern von William Turner, Lasinzky und Christian Georg Schütz ein Gesicht. Lord Byron machte die Rheinlandschaft in England berühmt und die Aufhebung der französischen Kontinentalsperre 1814 brachte die britische Aristokratie ins Rheintal.

Mit der Einrichtung einer regelmäßigen Schiffsverbindung  zwischen Köln und Rotterdam 1825 und einer weiteren Verbindung zwischen Köln und Mainz 1827 war der Rheintourismus nicht mehr aufzuhalten. Schon in der Mitte des 19. Jahrhundert sollen es jährlich etwa 1 Millionen Menschen gewesen sein, die die Schönheiten des Mittelrheintals an Bord eines Schiffes genossen haben.

In Bacharach scheint manchmal die Zeit stehen geblieben zu sein. Und die uralte Stadt, die Brentano schon 1801 in "Godwi" beschieb, verzaubert auch heute noch die Besucher und Reisenden mit ihrem Anblick.  Bacharach, in welcher die Zeit auch heute noch still zu stehen scheint, hat die Reisenden schon immer besonders berührt. Dieses einzigartige Panorama von Rheintal, altem Gemäuer, Wehrtürmen, winkeligen Gassen, Wernerkapelle und Burg Stahleck, dieses mittelrheinische Kleinod, versetzte zu allen Zeiten schon die Seele der Besucher „in eine freudige Aufruhr“ und Gefühle sowie Gedanken in einen „träumerischen Zustand“.

Vielen Besuchern Bacharachs geht es auch heute noch wie Victor Hugo, der 1840 folgendes zu Bacharach schrieb:
"Wenn die Sonne die Wolkendecke durchdringt und ihr Licht durch eine Luke am Himmel lächelt, gibt es nichts Hinreißenderes als Bacharach"