Heine: Ich rede von der Cholera...

Freitag, 18. Juni und Samstag, 19. Juni 2021, jeweils 19.30 Uhr

Epidemische Krisen. Nichts Neues!
Heine berichtet von der Cholera 1832 in Paris. Vom Karneval, bei der die Maskierten blau anlaufen, reihenweise tot umfallen und hektisch
in ihren Narrenkostümen beerdigt werden. Von den Verschwörungstheoretikern, die das Volk so in Rage versetzen, dass eine Horde zwei vermeintliche Giftmischer auf offener Straße in Stücke reißt. Von dem Verkehrsstau hunderter Leichenwagen, die keine Zufahrt mehr zum Friedhof finden und deren Kutscher in Streit geraten und sich gegen- seitig die Toten aus den Wagen zerren.
HORROR-Szenarien, die Heine uns da in den düstersten Farben und gewohnt bissiger Ironie ausmalt, die einem aber irgendwie bekannt vorkommen oder inzwischen zumindest vorstellbar. Die 200 Jahre, die zwischen uns und Heines Paris liegen, schrumpfen zu einem Zeitmaß von einer Markus-Lanz-Talkrunde bis zur nächsten zusammen. Und die verwirrte Stimmung der Leser*innen oder Fernsehenden ist die gleiche. Nichts Neues!
Zu Heines Cholerabericht inszenieren wir einen Chor (Sänger aus dem Heinrich-Heine-Chor, fester Bestandteil unseres Theaters), der den
3. Akt der Oper LA TRAVIATA von Verdi auf die Bühne bringt – das todtraurig vertonte Sterbezimmer einer kranken Schönen. Der Schrecken im Theater soll ja immer auch schön sein und nicht tödlich.

Regie: Michael Weber

Darsteller: Ensemble des Theater Willy Praml

Musik: Stephan Weiler

Arrangement und Chorleitung: Wolfgang Barina

Gesang: Sänger aus dem Heinrich-Heinrich-Chor, Frankfurt-Main