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Medenscheid

Die Geschichte Medenscheids ist eng mit der Stadtgeschichte von Bacharach verbunden, da der Ort seit seiner Entstehung zu der Stadtgemarkung und somit auch verwaltungstechnisch zu der Gemeinde gehörte.
Urkundlich erwähnt wird der Ort in einem Schriftstück des Erzbischofes Friedrich von Köln im Jahre 1104. Zu dieser Zeit befand Medenscheid sich im Besitz des Erzbischofes von Köln. Seit 1140 wurde Medenscheid sowie Bacharach als Lehen dem Grafen Hermann von Stahleck übertragen und ging in den Besitz des Pfalzgrafen über. Nach der Lösung aus der Abhängigkeit des Pfalzgrafen wurde in Bacharach im Jahr 1356 die erste Ratsverfassung beschlossen. Die Einwohner Medenscheids die gleichen bürgerlichen Rechte wie Bürger der Stadt Bacharach, u.a. den freien Weinzapf, hatten aber auch die Pflicht zur Leistung ihres Beitrags zur Bacharacher Stadtbefestigung.
Über die Jahrhunderte änderte sich der Name des Ortes von Medemescheit (1358), Medemscheit (1361), Medenscheit (1383), Medemscheid (1435) über Medenschitt (1669/78) und Medderschied (1693) zum heutigen Medenscheid. Etymologisch wird der Ortsname aus den mittelhochdeutschen Wörtern mêdeme = Bodenzins, Hypothek und -scheid = bewaldeter Höhenrücken hergeleitet.
Die Kinder von Medenscheid gingen 1692 in Manubach zur Schule. Im 18. Jahrhundert bestand in Medenscheid eine Winterschule. Das 17. Jahrhundert brachte mit dem 30-jährigen Krieg und mehren Pestwellen Not, Armut und Elend über Medenscheid. Im Krieg wurde Medenscheid mehrfach verwüstet, die Plünderungen der durchziehenden Heere brachten es mit sich, dass viele Medenscheider verarmten. Unter französischer Besetzung gehörte der Ort 1798 zur französischen Commune Bacharach im Kanton Bacharach (Arrondissement Simmern). Nach der Befreiung durch Blücher 1813/14 wurde Medenscheid, zusammen mit Bacharach, preußisch. Der Ort wurde dem Landkreis St. Goar, dem auch Bacharach angehörte, zugeteilt. Die preußische Herrschaft dauerte bis Anfang des 20. Jahrhunderts.
Medenscheid ist der am südlichsten gelegene Stadteil von Bacharach und zählt rund 170 Einwohner. Der Ort ist heute durch seinen liebevoll gestalteten Dorfplatz gekennzeichnet, der von der Alten Schule (in den 1960er Jahren bis 2011 als evangelische Kirche genutzt) und dem Alten Backhaus (´Backes´) umgeben wird. In der Dorfmitte wächst eine Linde, die von einer Bank umgeben zum Ausruhen einlädt. Der Rheinburgenweg verläuft fast um das ganze Dorf mit herrlichen Aussichten auf die Stadt Bacharach und den Rhein. Zwei überdachte Rastplätze, einer in unmittelbarer Nähe eines Bolzplatzes, und zahlreiche von der Dorfbevölkerung gestiftete Sitzbänke laden zum Verweilen und Relaxen ein. Im erwähnten Backes wird in unregelmäßigen Abständen Brot, Pizza, Zwetschgenkuchen und für die Dorfburschen auch schon einmal deftige Grillhaxen zubereitet.
Alle zwei Jahre bildet der Dorfplatz auch das Zentrum des Rosenfestes am Fronleichnamstag, an dem zahlreiche Gärten Medenscheider Bürgerinnen und Bürger zur Besichtigung der inzwischen über 400 Rosensorten geöffnet sind.

Über Termine und Aktivitäten in Medenscheid informiert die ortseigene Internetseite.
www.medenscheider.de

Quelle: Bahn; Rettinger, Historisches Ortslexikon